Die Parameter des Kapitalisierungszinses nach IDW S1 auf einen Blick – mit Verlauf, FAUB-Empfehlung und Einordnung für die Bewertungspraxis.
| Parameter | Aktueller Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Basiszins (gerundet) | 3,50 % | stabil seit Februar 2026 |
| Basiszins (ungerundet) | 3,46 % | per 01.04.2026 |
| FAUB-Marktrisikoprämie (vor pers. Steuern) | 5,25–6,75 % | Empfehlung seit September 2025 |
| FAUB-Marktrisikoprämie (nach pers. Steuern) | 4,50–5,75 % | Empfehlung seit September 2025 |
| Beta-Faktor KMU (unlevered, typisch) | 0,5–1,3 | aus Peer Group abzuleiten |
| Eigenkapitalkosten (Beispiel: Beta 1,0; MRP 6,00 %) | 9,50 % | 3,50 % + 1,0 × 6,00 % |
| Zum Vergleich: VEV-Kapitalisierung (§ 203 BewG) | Faktor 13,75 ≙ 7,27 % | gesetzlich fixiert, risikounabhängig |
Kurz gesagt: Der gerundete Basiszins nach IDW S1 beträgt aktuell 3,50 %; der FAUB empfiehlt seit September 2025 eine Marktrisikoprämie von 5,25 bis 6,75 % vor persönlichen Steuern. Daraus ergeben sich für KMU – je nach Beta-Faktor und Risikoprofil – Kapitalisierungszinssätze von häufig 8 bis 15 %.
Gerundete Basiszinssätze nach IDW S1, jeweils zum Monatsbeginn:
| Monat | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 2,00 % | 2,75 % | 2,50 % | 3,25 % |
| Februar | 2,00 % | 2,50 % | 2,50 % | 3,50 % |
| März | 2,00 % | 2,50 % | 2,50 % | 3,50 % |
| April | 2,25 % | 2,50 % | 2,75 % | 3,50 % |
| Mai | 2,25 % | 2,50 % | 2,75 % | 3,50 % |
| Juni | 2,50 % | 2,50 % | 3,00 % | 3,50 % |
| Juli | 2,50 % | 2,50 % | 3,00 % | – |
| August | 2,50 % | 2,50 % | 3,00 % | – |
| September | 2,50 % | 2,50 % | 3,00 % | – |
| Oktober | 2,50 % | 2,50 % | 3,25 % | – |
| November | 2,75 % | 2,50 % | 3,25 % | – |
| Dezember | 2,75 % | 2,50 % | 3,25 % | – |
Eigene Darstellung; gerundete Basiszinssätze nach IDW-S1-Konvention auf Basis der Zinsstrukturdaten der Deutschen Bundesbank (Svensson-Methode). Vor 2023 lag der Basiszins zeitweise deutlich niedriger – 2021 sogar negativ (−0,20 %).
Der Verlauf zeigt den stetigen Anstieg von 2,00 % (Anfang 2023) auf aktuell 3,50 %. Hintergrund sind die EZB-Zinspolitik, das gestiegene Inflationsumfeld und der Anstieg der Renditen deutscher Staatsanleihen nach dem Finanzpaket im März 2025. Für die Bewertungspraxis heißt das: Ein höherer Basiszins erhöht – bei sonst gleichen Annahmen – den Kapitalisierungszins und senkt damit den Unternehmenswert. Zwischen einem Stichtag Anfang 2023 und heute liegen 1,5 Prozentpunkte – ein Unterschied, der den Unternehmenswert leicht um 10–20 % verschieben kann.
Die vollständige Methodik mit Beispielen und typischen Fehlerquellen finden Sie im Artikel Basiszins, Marktrisikoprämie und Beta-Faktor: So entsteht der Kapitalisierungszins.
Schon kleine Abweichungen beim Kapitalisierungszins verändern den Unternehmenswert um fünf- bis sechsstellige Beträge. Drei Konstellationen, in denen sich ein genauer Blick lohnt:
Hinweis zur Aktualität: Diese Seite wird monatlich geprüft und bei Änderungen aktualisiert (Stand: 10.06.2026). Maßgeblich für ein Gutachten ist immer der Wert zum konkreten Bewertungsstichtag – nicht der Wert zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung.
Der gerundete Basiszins beträgt 3,50 % (Stand Juni 2026) und ist seit Februar 2026 stabil. Der zuletzt veröffentlichte ungerundete Wert lag bei 3,46 % (per 01.04.2026). Hergeleitet wird er nach der Svensson-Methode aus der Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen, gerundet auf Viertel-Prozentpunkte.
Seit September 2025 empfiehlt der FAUB eine Bandbreite von 5,25 % bis 6,75 % vor persönlichen Steuern (4,50 % bis 5,75 % nach persönlichen Steuern). Die vorherige Empfehlung aus 2019 lag bei 6,00 % bis 8,00 % vor Steuern.
Mit Basiszins 3,50 % und einer Marktrisikoprämie von 6,00 % (Mitte der FAUB-Bandbreite) ergeben sich bei Beta 1,0 Eigenkapitalkosten von 9,50 % vor persönlichen Steuern. Je nach Beta-Faktor (typisch 0,5–1,3) und Risikoprofil liegen Kapitalisierungszinssätze für KMU häufig zwischen 8 % und 15 %.
Die Absenkung war eine Reaktion auf den gestiegenen Basiszins: Da Basiszins und Marktrisikoprämie zusammen die Eigenkapitalkosten ergeben, hätte ein unveränderter Risikoaufschlag bei gestiegenem Basiszins zu unrealistisch hohen Gesamtkapitalkosten geführt.