Kapitalmarktdaten · IDW S1 · monatlich geprüft

Basiszins & Marktrisikoprämie: aktuelle Werte für die Unternehmensbewertung

Die Parameter des Kapitalisierungszinses nach IDW S1 auf einen Blick – mit Verlauf, FAUB-Empfehlung und Einordnung für die Bewertungspraxis.

Stand: 1. Oktober 2026 · wird monatlich geprüft

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Aktuelle Parameter auf einen Blick

ParameterAktueller WertHinweis
Basiszins (gerundet)3,75 %unverändert zum 01.10.2026 (gestiegen zum 01.09.2026, zuvor 3,50 % seit Februar 2026)
Basiszins (ungerundet)3,74 %per 01.10.2026: 3,7407 % (01.09.2026: 3,6276 %, 01.08.2026: 3,59 %); stichtagsgenau im Basiszins-Rechner
FAUB-Marktrisikoprämie (vor pers. Steuern)4,50–6,00 %Empfehlung vom 19.10.2026 (zuvor 5,25–6,75 %)
FAUB-Marktrisikoprämie (nach pers. Steuern)4,00–5,25 %Empfehlung vom 19.10.2026 (zuvor 4,50–5,75 %)
Beta-Faktor KMU (unlevered, typisch)0,5–1,3aus Peer Group abzuleiten
Eigenkapitalkosten (Beispiel: Beta 1,0; MRP 5,25 %)9,00 %3,75 % + 1,0 × 5,25 %
Zum Vergleich: VEV-Kapitalisierung (§ 203 BewG)Faktor 13,75 ≙ 7,27 %gesetzlich fixiert, risikounabhängig

Für Steuerberater und Berater: Wenn sich Basiszins, FAUB-Empfehlung oder die DUB-Multiples ändern, steht es im Bewertungs-Brief, meinem kostenlosen LinkedIn-Newsletter. Sie haben einen Mandantenfall, in dem Multiples oder das vereinfachte Ertragswertverfahren nicht mehr tragen? Der Schnell-Check für Steuerberater zeigt in wenigen Minuten, ob ein IDW-S1-Gutachten nötig ist. Für eine belastbare Wertspanne gibt es die Werteinschätzung zum Festpreis von 3.700 € zzgl. USt.

Kurz gesagt: Der gerundete Basiszins nach IDW S1 beträgt aktuell 3,75 %; der FAUB empfiehlt seit dem 19.10.2026 eine Marktrisikoprämie von 4,50 bis 6,00 % vor persönlichen Steuern (bisher 5,25 bis 6,75 %). Daraus ergeben sich für KMU – je nach Beta-Faktor und Risikoprofil – Kapitalisierungszinssätze von häufig 8 bis 15 %.

0 5 10 3,75 % 5,25 % = 9,00 % Eigenkapitalkosten Beta 1,0 × MRP 5,25 % Risikozuschlag · FAUB: 4,50–6,00 % Basiszins 3,75 % risikoloser Zins (Bundesbank) Beispiel: Beta 1,0 · Mitte der FAUB-Bandbreite · vor pers. Steuern

Basiszins im Monatsverlauf (2023–2026)

Gerundete Basiszinssätze nach IDW S1, jeweils zum Monatsbeginn:

Monat2023202420252026
Januar2,00 %2,75 %2,50 %3,25 %
Februar2,00 %2,50 %2,50 %3,50 %
März2,00 %2,50 %2,50 %3,50 %
April2,25 %2,50 %2,75 %3,50 %
Mai2,25 %2,50 %2,75 %3,50 %
Juni2,50 %2,50 %3,00 %3,50 %
Juli2,50 %2,50 %3,00 %3,50 %
August2,50 %2,50 %3,00 %3,50 %
September2,50 %2,50 %3,00 %3,75 %
Oktober2,50 %2,50 %3,25 %3,75 %
November2,75 %2,50 %3,25 %–
Dezember2,75 %2,50 %3,25 %–

Eigene Darstellung; gerundete Basiszinssätze nach IDW-S1-Konvention auf Basis der Zinsstrukturdaten der Deutschen Bundesbank (Svensson-Methode). Vor 2023 lag der Basiszins zeitweise deutlich niedriger – 2021 sogar negativ (−0,20 %).

Monatsmeldungen: Oktober 2026

Der Verlauf zeigt den stetigen Anstieg von 2,00 % (Anfang 2023) auf aktuell 3,75 %. Hintergrund sind die EZB-Zinspolitik, das gestiegene Inflationsumfeld und der Anstieg der Renditen deutscher Staatsanleihen nach dem Finanzpaket im März 2025. Für die Bewertungspraxis heißt das: Ein höherer Basiszins erhöht – bei sonst gleichen Annahmen – den Kapitalisierungszins und senkt damit den Unternehmenswert. Zwischen einem Stichtag Anfang 2023 und heute liegen 1,75 Prozentpunkte – ein Unterschied, der den Unternehmenswert leicht um 10–20 % verschieben kann.

Wie die Werte hergeleitet werden

  • Basiszins: nach der Svensson-Methode aus der Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen abgeleitet und auf Viertel-Prozentpunkte gerundet. Maßgeblich ist der Wert zum Bewertungsstichtag – ein veralteter Basiszins macht ein Gutachten methodisch angreifbar. Basiszins zu jedem Stichtag berechnen →
  • Marktrisikoprämie: Bandbreitenempfehlung des FAUB (Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft des IDW). Die Wahl des konkreten Werts innerhalb der Bandbreite ist im Gutachten zu begründen. Marktrisikoprämie im Detail (mit Historie der FAUB-Empfehlungen) →
  • Beta-Faktor: für nicht börsennotierte KMU aus einer Peer Group abgeleitet (Unlevering/Re-Levering). Die Peer-Group-Auswahl gehört zu den subjektivsten – und streitanfälligsten – Schritten der Bewertung. Typische Branchen-Betas →

Die vollständige Methodik mit Beispielen und typischen Fehlerquellen finden Sie im Artikel Basiszins, Marktrisikoprämie und Beta-Faktor: So entsteht der Kapitalisierungszins. Wie die Bausteine zum Kapitalisierungszinssatz nach IDW S1 zusammengesetzt werden – inklusive Wachstumsabschlag und Tax-CAPM – zeigt der eigene Beitrag mit Beispielrechnung.

Was das für laufende Bewertungen bedeutet

Schon kleine Abweichungen beim Kapitalisierungszins verändern den Unternehmenswert um fünf- bis sechsstellige Beträge. Drei Konstellationen, in denen sich ein genauer Blick lohnt:

  • Gutachten mit altem Basiszins: Wurde der Stichtagswert verwendet – oder ein veralteter Wert vom Jahresanfang? Das ist einer der häufigsten Angriffspunkte in der Gegenprüfung.
  • Gutachten mit alter FAUB-Bandbreite: Bewertungen mit Stichtag ab dem 19.10.2026, die noch mit 5,25 bis 6,75 % rechnen (oder mit Stichtag nach September 2025 noch mit 6,00 bis 8,00 %), sollten kritisch geprüft werden.
  • Pauschale Parameter: Ein unbegründeter „Mittelwert der Bandbreite" oder ein Branchen-Beta ohne Peer-Group-Dokumentation wird zunehmend kritisch gesehen.

Hinweis zur Aktualität: Diese Seite wird monatlich geprüft und bei Änderungen aktualisiert (Stand: 01.10.2026). Maßgeblich für ein Gutachten ist immer der Wert zum konkreten Bewertungsstichtag, nicht der Wert zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung. Wie Basiszins, Marktrisikoprämie und Beta zusammen den Kapitalisierungszins ergeben, erklärt der Beitrag Kapitalisierungszinssatz nach IDW S1 mit Rechenbeispiel.

Häufige Fragen zu Basiszins und Marktrisikoprämie

Der gerundete Basiszins beträgt 3,75 % (Stand Oktober 2026). Zum 01.09.2026 ist er von 3,50 % gestiegen, dem ersten Anstieg seit Februar 2026, und liegt zum 01.10.2026 unverändert bei 3,75 %. Ungerundet beträgt er per 01.10.2026 3,74 % (3,7407 %), nach 3,63 % per 01.09.2026 und 3,59 % per 01.08.2026. Hergeleitet wird er nach der Svensson-Methode aus der Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen, gerundet auf Viertel-Prozentpunkte.

Seit dem 19.10.2026 empfiehlt der FAUB eine Bandbreite von 4,50 % bis 6,00 % vor persönlichen Steuern (4,00 % bis 5,25 % nach persönlichen Steuern). Die vorherige Empfehlung vom 22.09.2025 lag bei 5,25 % bis 6,75 % vor Steuern, die aus 2019 bei 6,00 % bis 8,00 %.

Mit Basiszins 3,75 % und einer Marktrisikoprämie von 5,25 % (Mitte der FAUB-Bandbreite) ergeben sich bei Beta 1,0 Eigenkapitalkosten von 9,00 % vor persönlichen Steuern. Je nach Beta-Faktor (typisch 0,5–1,3) und Risikoprofil liegen Kapitalisierungszinssätze für KMU häufig zwischen 8 % und 15 %.

Beide Absenkungen waren eine Reaktion auf den gestiegenen Basiszins: Da Basiszins und Marktrisikoprämie zusammen die Eigenkapitalkosten ergeben, hätte ein unveränderter Risikoaufschlag bei gestiegenem Basiszins zu unrealistisch hohen Gesamtkapitalkosten geführt. Im Oktober 2026 nennt der FAUB als Grenze eine empirisch beobachtete Gesamtrendite von rund 6 bis 10 %. Mehr dazu: FAUB senkt die Marktrisikoprämie (Oktober 2026).

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