Die schnellste Überschlagsrechnung für den Unternehmenswert: eine frei zugängliche Multiplikatoren-Datenbank mit den aktuellen KMU-Multiples der Deutschen Unternehmerbörse (DUB) und einer ehrlichen Einordnung, wo die Methode endet.
Kurz gesagt: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland werden laut DUB KMU-Multiples (Q3/2026) mit dem 2,5- bis 10,6-Fachen des bereinigten EBITDA bewertet. Bei Micro-Caps unter 5 Mio. € Umsatz reicht die Spanne von 2,5x (Konsumgüter) bis 7,6x (Software, Medizintechnik), bei Mid-Caps über 50 Mio. € bis 10,6x. Ihre Branche steht in der Tabelle unten; der Unternehmenswert-Rechner wendet sie in zwei Minuten auf Ihre eigenen Zahlen an.
Die folgenden Bandbreiten stammen aus dem KMU-Multiples Report der Deutschen Unternehmerbörse (DUB) für das 3. Quartal 2026. Multipliziert wird das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – wie Sie es bereinigen, steht unter der Tabelle). Die drei Größenklassen: Micro-Cap (< 5 Mio. € Umsatz), Small-Cap (5–50 Mio. €) und Mid-Cap (> 50 Mio. €):
| Branche | Micro-Cap < 5 Mio. € | Small-Cap 5–50 Mio. € | Mid-Cap > 50 Mio. € |
|---|---|---|---|
| Maschinen- und Anlagenbau | 3,6–5,1x | 4,6–6,0x | 5,6–7,3x |
| Fahrzeugbau & Automotive | 2,7–4,5x | 3,9–5,1x | 4,7–6,1x |
| Elektrotechnik & Elektronik | 4,2–6,0x | 5,7–7,6x | 6,8–8,5x |
| Metallverarbeitung & Fertigungstechnik | 3,4–4,2x | 4,1–5,5x | 5,0–7,2x |
| Chemie, Kunststoffe & Verpackung | 3,6–4,6x | 5,4–6,5x | 6,5–8,1x |
| Medizintechnik & Life Sciences | 5,9–7,6x | 7,1–9,0x | 8,2–10,0x |
| Software & Digitale Plattformen | 5,6–7,6x | 7,2–9,0x | 8,3–10,6x |
| IT-Services & Systemhäuser | 5,2–6,7x | 6,3–8,5x | 7,1–9,6x |
| Medien, Marketing & Agenturen | 3,2–5,0x | 4,4–6,3x | 6,0–7,5x |
| Telekommunikation & Infrastruktur | 4,2–6,1x | 5,7–7,2x | 6,3–7,7x |
| Gesundheitswesen: Pflege & Dienstleister | 4,0–5,9x | 6,0–8,1x | 8,6–10,1x |
| Unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B) | 3,8–5,7x | 5,0–7,2x | 6,4–8,0x |
| Bauhaupt- & Baunebengewerbe (Handwerk) | 3,7–5,0x | 4,4–5,8x | 5,0–6,8x |
| Immobilien-Dienstleistungen & Facility Mgmt. | 4,1–5,0x | 5,0–6,9x | 6,5–8,1x |
| Finanzdienstleistungen & Versicherungsmakler | 4,7–5,9x | 6,0–7,2x | 8,4–10,0x |
| Nahrungs- & Genussmittel | 4,4–5,7x | 5,5–6,6x | 6,8–8,0x |
| Konsumgüter (Non-Food) | 2,5–4,0x | 3,6–5,6x | 4,8–6,3x |
| Handel: E-Commerce & Versand | 4,3–6,9x | 5,4–7,4x | 7,3–9,3x |
| Handel: Groß- & Einzelhandel (stationär) | 3,4–4,5x | 4,4–5,4x | 5,2–6,7x |
| Transport, Logistik & Spedition | 3,7–5,0x | 4,5–5,7x | 5,6–7,2x |
Für Steuerberater und Berater: Wenn sich Basiszins, FAUB-Empfehlung oder die DUB-Multiples ändern, steht es im Bewertungs-Brief, meinem kostenlosen LinkedIn-Newsletter. Sie haben einen Mandantenfall, in dem Multiples oder das vereinfachte Ertragswertverfahren nicht mehr tragen? Der Schnell-Check für Steuerberater zeigt in wenigen Minuten, ob ein IDW-S1-Gutachten nötig ist. Für eine belastbare Wertspanne gibt es die Werteinschätzung zum Festpreis von 3.700 € zzgl. USt.
Quelle: DUB KMU-Multiples, Deutsche Unternehmerbörse – dub.de, EBITDA-Multiples, Datenstand Q3/2026 (geprüft am 18. Oktober 2026: aktuellster verfügbarer Report; DUB erhebt quartalsweise, das Set für Q4/2026 erscheint nach Quartalsende). Der vollständige DUB-Report enthält zusätzlich EBIT- und Umsatz-Multiples. Wie sich daraus mit der Branchenmarge Umsatz-Multiples ableiten lassen, zeigt der Beitrag Umsatz-Multiples nach Branche. Wie sich das EBITDA-Multiple gegen fünf andere Faustformeln und einen Ertragswert nach IDW S1 schlägt, steht im Faustformel-Test.
Nicht selbst rechnen wollen? Der Unternehmenswert-Rechner wendet genau diese Tabelle automatisch an: Branche wählen, Umsatz und bereinigtes EBITDA eingeben – Ihre indikative Wertspanne erscheint sofort, direkt im Browser und ohne Registrierung.
Die Tabelle zeigt EBITDA-Multiples – also Vielfache des Ergebnisses vor Abschreibungen. Daneben sind EBIT-Multiples gebräuchlich (nach Abschreibungen). Weil das EBITDA höher ist als das EBIT, ist der EBITDA-Multiplikator für denselben Unternehmenswert zahlenmäßig niedriger als der EBIT-Multiplikator. Wer ein EBIT mit einem EBITDA-Multiple multipliziert (oder umgekehrt), bewertet systematisch falsch – besonders bei anlagenintensiven Unternehmen mit hohen Abschreibungen. Prüfen Sie also immer, auf welche Ergebnisgröße sich ein Multiplikator bezieht.
Beispiel: Maschinenbau-GmbH mit 3 Mio. € Umsatz (Micro-Cap), bereinigtes EBITDA 400.000 € → Bandbreite 3,6x bis 5,1x = 1,44 bis 2,04 Mio. €. Die Spannweite ist kein Fehler der Tabelle – sie ist die zentrale Aussage: Wo Ihr Unternehmen innerhalb der Spanne liegt, entscheiden Wachstum, Ertragsstabilität, Kundenkonzentration und Inhaberabhängigkeit.
Nach dem IDW S1 (Fassung 2026) sind Multiplikatorverfahren „vereinfachte Zukunftserfolgswertverfahren": Sie dienen der Plausibilisierung und sind seit der Neufassung sogar verpflichtend in der Berichterstattung darzustellen (Tz. 182) – aber sie ersetzen kein Ertragswert- oder DCF-Verfahren. Für Kaufpreisverhandlungen mit Substanz, für das Finanzamt und erst recht vor Gericht braucht es einen begründeten Punktwert mit Planungsrechnung und hergeleitetem Kapitalisierungszins. Genau das leistet ein Bewertungsgutachten nach IDW S 1.
Selbst rechnen statt schätzen: Mein kostenloser Excel-Schnellrechner führt Sie durch Ergebnisbereinigung, Unternehmerlohn-Normalisierung und Branchen-Multiplikator – und zeigt Ihre persönliche Wertbandbreite in etwa 10 Minuten. Für den nächsten Schritt: Unternehmensbewertung beim Verkauf.
Nach den DUB KMU-Multiples (Q3/2026) liegen EBITDA-Multiplikatoren für kleine Unternehmen unter 5 Mio. € Umsatz je nach Branche meist zwischen 2,5x und 7,6x: stationärer Handel etwa 3,4–4,5x, Maschinenbau 3,6–5,1x, IT-Services 5,2–6,7x, Software 5,6–7,6x. Mit der Unternehmensgröße steigen die Multiples deutlich an.
Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBIT nach Abschreibungen. Da das EBITDA höher ist, ist der EBITDA-Multiplikator für denselben Unternehmenswert zahlenmäßig niedriger als der EBIT-Multiplikator. Die beiden dürfen nicht verwechselt werden – gerade bei anlagenintensiven Unternehmen führt das zu systematischen Fehlbewertungen.
Erstens die Ergebnisgröße (EBITDA bzw. EBIT) um Einmaleffekte und einen marktüblichen Unternehmerlohn bereinigen, typischerweise als Durchschnitt der letzten drei Jahre. Zweitens mit der Branchen-Bandbreite der passenden Größenklasse multiplizieren – das ergibt eine indikative Spanne für den Gesamtunternehmenswert. Drittens für den Wert der Anteile die Nettofinanzverbindlichkeiten abziehen.
Nach IDW S1 ist die Multiplikator-Methode ein Plausibilisierungsverfahren – kein Ersatz für das Ertragswert- oder DCF-Verfahren. Die Spannen sind bewusst weit: Ohne fundierte Planungsrechnung und hergeleiteten Kapitalisierungszins ist jeder Punktwert innerhalb der Spanne angreifbar. Für Gericht, Finanzamt oder Kaufpreisverhandlung braucht es ein vollständiges Gutachten.
Bei inhabergeführten KMU ist der Geschäftsführerlohn oft steueroptimiert zu niedrig angesetzt. Im Bewertungskontext muss er auf marktübliches Niveau normalisiert werden – sonst ist die Ergebnisgröße und damit der Unternehmenswert künstlich überhöht.