20 Branchen · 3 Größenklassen · DUB-Daten Q1/2026

EBIT- & EBITDA-Multiplikatoren nach Branchen: Was ist Ihr Unternehmen wert?

Die schnellste Überschlagsrechnung für den Unternehmenswert – mit den aktuellen KMU-Multiples der Deutschen Unternehmerbörse (DUB) und einer ehrlichen Einordnung, wo die Methode endet.

Datenstand: Q1/2026 · Quelle: DUB KMU-Multiples Report

Die aktuellen EBITDA-Multiples für KMU (Q1/2026)

Die folgenden Bandbreiten stammen aus dem KMU-Multiples Report der Deutschen Unternehmerbörse (DUB) für das 1. Quartal 2026. Multipliziert wird das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – wie Sie es bereinigen, steht unter der Tabelle). Die drei Größenklassen: Micro-Cap (< 5 Mio. € Umsatz), Small-Cap (5–50 Mio. €) und Mid-Cap (> 50 Mio. €):

BrancheMicro-Cap
< 5 Mio. €
Small-Cap
5–50 Mio. €
Mid-Cap
> 50 Mio. €
Maschinen- und Anlagenbau4,0–4,9x4,5–5,8x5,6–7,1x
Fahrzeugbau & Automotive2,7–4,5x3,8–5,2x4,7–6,0x
Elektrotechnik & Elektronik4,2–6,0x5,5–8,0x7,2–8,8x
Metallverarbeitung & Fertigungstechnik3,4–4,2x4,0–5,4x4,7–6,8x
Chemie, Kunststoffe & Verpackung3,6–4,6x5,2–6,5x6,4–8,1x
Medizintechnik & Life Sciences5,9–7,5x7,0–9,0x7,9–9,8x
Software & Digitale Plattformen6,2–7,7x7,7–9,7x8,3–10,4x
IT-Services & Systemhäuser5,2–6,7x6,1–8,3x7,1–9,5x
Medien, Marketing & Agenturen3,0–4,5x4,0–5,9x6,4–7,8x
Telekommunikation & Infrastruktur4,6–6,7x5,9–7,9x6,8–8,1x
Gesundheitswesen: Pflege & Dienstleister5,0–6,0x5,8–8,1x7,6–9,5x
Unternehmensnahe Dienstleistungen (B2B)3,7–5,2x5,0–6,8x6,5–8,0x
Bauhaupt- & Baunebengewerbe (Handwerk)3,7–5,1x4,4–5,5x5,8–7,0x
Immobilien-Dienstleistungen & Facility Mgmt.4,1–5,0x5,2–6,7x6,8–8,3x
Finanzdienstleistungen & Versicherungsmakler5,0–6,5x6,0–7,7x7,9–10,1x
Nahrungs- & Genussmittel4,4–5,7x5,3–6,5x6,7–7,9x
Konsumgüter (Non-Food)2,4–4,0x3,5–5,5x4,5–5,9x
Handel: E-Commerce & Versand4,1–6,5x5,4–6,9x7,5–9,4x
Handel: Groß- & Einzelhandel (stationär)3,0–4,5x4,4–5,5x5,1–6,5x
Transport, Logistik & Spedition3,4–4,9x4,0–5,6x5,2–7,0x

Quelle: DUB KMU-Multiples, Deutsche Unternehmerbörse – dub.de, EBITDA-Multiples, Datenstand Q1/2026. Der vollständige DUB-Report enthält zusätzlich EBIT- und Umsatz-Multiples.

EBIT oder EBITDA? Nicht verwechseln

Die Tabelle zeigt EBITDA-Multiples – also Vielfache des Ergebnisses vor Abschreibungen. Daneben sind EBIT-Multiples gebräuchlich (nach Abschreibungen). Weil das EBITDA höher ist als das EBIT, ist der EBITDA-Multiplikator für denselben Unternehmenswert zahlenmäßig niedriger als der EBIT-Multiplikator. Wer ein EBIT mit einem EBITDA-Multiple multipliziert (oder umgekehrt), bewertet systematisch falsch – besonders bei anlagenintensiven Unternehmen mit hohen Abschreibungen. Prüfen Sie also immer, auf welche Ergebnisgröße sich ein Multiplikator bezieht.

So rechnen Sie richtig: in drei Schritten zur Bandbreite

  • 1. EBITDA bereinigen: Durchschnitt der letzten drei Jahre, bereinigt um einmalige und betriebsfremde Effekte (Restrukturierung, Sondererträge, privater Pkw). Entscheidend bei inhabergeführten KMU: einen marktüblichen Unternehmerlohn ansetzen – ein steueroptimiert niedriger Geschäftsführerlohn bläht das Ergebnis künstlich auf.
  • 2. Multiplizieren: Bereinigtes EBITDA × Branchen-Bandbreite der passenden Größenklasse = indikative Spanne für den Gesamtunternehmenswert.
  • 3. Auf den Anteilswert überleiten: Für den Wert der Anteile sind die Nettofinanzverbindlichkeiten (Finanzschulden minus Liquidität) abzuziehen; nicht betriebsnotwendiges Vermögen ist gesondert zu betrachten.

Beispiel: Maschinenbau-GmbH mit 3 Mio. € Umsatz (Micro-Cap), bereinigtes EBITDA 400.000 € → Bandbreite 4,0x bis 4,9x = 1,6 bis 1,96 Mio. €. Die Spannweite ist kein Fehler der Tabelle – sie ist die zentrale Aussage: Wo Ihr Unternehmen innerhalb der Spanne liegt, entscheiden Wachstum, Ertragsstabilität, Kundenkonzentration und Inhaberabhängigkeit.

Warum die Spannen so weit sind

  • Größe: Die DUB-Daten zeigen es schwarz auf weiß – dieselbe Branche, drei Welten: Im Maschinenbau zahlt der Markt für Micro-Caps 4,0–4,9x, für Mid-Caps 5,6–7,1x. Größe und Professionalisierung kosten bzw. bringen ganze Multiple-Punkte.
  • Wachstum & Ertragsstabilität: Wiederkehrende Umsätze und stabile Margen rechtfertigen das obere Ende; volatile Ergebnisse drücken ans untere.
  • Inhaberabhängigkeit: Hängt die Ertragskraft an einer Person, sinkt der übertragbare Wert – und damit der gerechtfertigte Multiplikator.
  • Kunden- und Lieferantenkonzentration: Klumpenrisiken kosten Multiple-Punkte.

Die Grenzen der Methode – was IDW S1 dazu sagt

Nach dem IDW S1 (Fassung 2026) sind Multiplikatorverfahren „vereinfachte Zukunftserfolgswertverfahren": Sie dienen der Plausibilisierung und sind seit der Neufassung sogar verpflichtend in der Berichterstattung darzustellen (Tz. 182) – aber sie ersetzen kein Ertragswert- oder DCF-Verfahren. Für Kaufpreisverhandlungen mit Substanz, für das Finanzamt und erst recht vor Gericht braucht es einen begründeten Punktwert mit Planungsrechnung und hergeleitetem Kapitalisierungszins.

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Häufige Fragen zu KMU-Multiplikatoren

Nach den DUB KMU-Multiples (Q1/2026) liegen EBITDA-Multiplikatoren für kleine Unternehmen unter 5 Mio. € Umsatz je nach Branche meist zwischen 2,4x und 7,7x: stationärer Handel etwa 3,0–4,5x, Maschinenbau 4,0–4,9x, IT-Services 5,2–6,7x, Software 6,2–7,7x. Mit der Unternehmensgröße steigen die Multiples deutlich an.

Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBIT nach Abschreibungen. Da das EBITDA höher ist, ist der EBITDA-Multiplikator für denselben Unternehmenswert zahlenmäßig niedriger als der EBIT-Multiplikator. Die beiden dürfen nicht verwechselt werden – gerade bei anlagenintensiven Unternehmen führt das zu systematischen Fehlbewertungen.

Erstens die Ergebnisgröße (EBITDA bzw. EBIT) um Einmaleffekte und einen marktüblichen Unternehmerlohn bereinigen, typischerweise als Durchschnitt der letzten drei Jahre. Zweitens mit der Branchen-Bandbreite der passenden Größenklasse multiplizieren – das ergibt eine indikative Spanne für den Gesamtunternehmenswert. Drittens für den Wert der Anteile die Nettofinanzverbindlichkeiten abziehen.

Nach IDW S1 ist die Multiplikator-Methode ein Plausibilisierungsverfahren – kein Ersatz für das Ertragswert- oder DCF-Verfahren. Die Spannen sind bewusst weit: Ohne fundierte Planungsrechnung und hergeleiteten Kapitalisierungszins ist jeder Punktwert innerhalb der Spanne angreifbar. Für Gericht, Finanzamt oder Kaufpreisverhandlung braucht es ein vollständiges Gutachten.

Bei inhabergeführten KMU ist der Geschäftsführerlohn oft steueroptimiert zu niedrig angesetzt. Im Bewertungskontext muss er auf marktübliches Niveau normalisiert werden – sonst ist die Ergebnisgröße und damit der Unternehmenswert künstlich überhöht.

Von der Bandbreite zum belastbaren Wert

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