Was kostet eine Unternehmensbewertung?

Die häufigste Frage meiner Mandanten – und eine, die ich transparent beantworten möchte.

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an – aber hier sind Richtwerte

Die meisten Unternehmensbewerter nennen keine Preise auf ihrer Website. Ich möchte hier zumindest Orientierung geben, auch wenn jede Bewertung individuell kalkuliert wird.

Die Kosten einer Unternehmensbewertung hängen im Wesentlichen von drei Faktoren ab: dem Bewertungsanlass, der Unternehmensgröße und -komplexität sowie dem gewünschten Dokumentationsgrad.

Preisbandbreiten: Wertindikation vs. Kurzgutachten vs. Vollgutachten

Wertindikation

Eine erste Orientierung über den Unternehmenswert – mit begrenztem Aufwand und begrenzter Dokumentation. Geeignet als Entscheidungsgrundlage, ob ein vollständiges Gutachten sinnvoll ist, oder zur Vorbereitung auf Verhandlungen. Preisrahmen: niedriger vierstelliger Bereich.

Kurzgutachten

Methodisch identisch zum Vollgutachten, aber mit verkürzter Darstellung. Geeignet für außergerichtliche Einigungen und Fälle, in denen keine maximale Dokumentationstiefe erforderlich ist. Preisrahmen: mittlerer bis oberer vierstelliger Bereich.

Vollgutachten nach IDW S1

Maximale Dokumentationstiefe mit ausführlicher Beschreibung des Bewertungsobjekts, detaillierter Vergangenheitsanalyse, Planungsrechnung und transparenter Herleitung des Kapitalisierungszinssatzes. Gerichts- und prüfungsfest. Preisrahmen: niedriger fünfstelliger Bereich.

Transparentes Angebot: Nach einem kurzen Erstgespräch (kostenlos und unverbindlich) erhalten Sie ein konkretes Festpreisangebot. Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

  • Unternehmensgröße und -komplexität: Ein Einzelunternehmen mit klarer Ergebnisstruktur ist schneller bewertet als eine GmbH-Holding mit mehreren Tochtergesellschaften.
  • Bewertungsanlass: Ein steuerliches Gutachten erfordert andere Dokumentation als ein Gutachten für Kaufpreisverhandlungen.
  • Qualität der verfügbaren Unterlagen: Gut aufbereitete Jahresabschlüsse und eine vorhandene Unternehmensplanung reduzieren den Aufwand erheblich.
  • Dokumentationsgrad: Vollgutachten vs. Kurzgutachten vs. Wertindikation.

Wann sich die Investition rechnet

Bei steuerlicher Bewertung

Das vereinfachte Ertragswertverfahren des Finanzamts (§ 199 BewG) ergibt bei KMU regelmäßig einen Wert, der 30–60 % über dem IDW-S1-Wert liegt. Bei einer Erbschaft oder Schenkung eines Unternehmens mit z.B. 2 Mio. € Steuerwert kann ein professionelles Gutachten eine Steuerersparnis im sechsstelligen Bereich bedeuten. Mehr zur steuerlichen Bewertung →

Bei Gesellschafterstreit

Wenn die Abfindungsvorstellungen der Parteien sechsstellig auseinanderliegen, sind Gutachterkosten im vierstelligen Bereich eine sinnvolle Investition in Rechtssicherheit. Mehr zur Bewertung bei Gesellschafterstreit →

Bei Unternehmensverkauf

Ein Verkäufer, der den Wert seines Unternehmens nicht professionell ermittelt hat, verschenkt erfahrungsgemäß 15–30 % des möglichen Kaufpreises. Mehr zur Bewertung beim Verkauf →

Warum kostenlose Online-Rechner keine Alternative sind

Tools wie der KMU-Rechner, KMUVALUE oder der UWD-Rechner geben allenfalls eine grobe erste Orientierung. Sie arbeiten mit pauschalen Multiplikatoren, berücksichtigen keinen individuellen Unternehmerlohn, keinen spezifischen Kapitalisierungszins und keine Sondereffekte. Das Ergebnis ist weder für steuerliche noch für gerichtliche oder vertragliche Zwecke verwendbar.

Ein professionelles Bewertungsgutachten nach IDW S1 liefert dagegen einen nachvollziehbar hergeleiteten Wert, der vor Finanzamt, Prüfern und Gerichten Bestand hat.

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